Muskelfunktionsanalyse (EMG - Elektromyographie)

EMG - Muskelfunktionsdiagnostik

Die Elektromyographie bietet auf zweierlei Arten Möglichkeiten der Diagnostik.
Bekannt ist hier einereseits das klinische EMG zur Diagnostik der Nervenleitgeschwindigkeit und somit in erster Linie zur Aufdeckung von neurologischen Defiziten.

Das Oberflächen-EMG ist geeignet, Zusammenhänge zwischen Muskelaktionen, Bewegungen und Kräften darzustellen. Dies ist ebenso wichtig wie die knöcherne und Weichteil-bildgebende Diagnostik wie Röntgen, Ultraschall oder Kernspintomographie und lässt die Analyse des größten Funktionsmechanismus des menschlichen Körpers, des Muskelsystems zu. Als EMG bezeichnet man dabei die Registrierung und Aufzeichnung von elektrischen Phänomenen, die bei Muskelanspannung und Muskelfunktion auftreten, ähnlich wie beim EKG am Herz.

Die Untersuchung erfolgt an der Muskulatur, in der eine krankhafte Veränderung vermutet wird. Verspannungen in der Schulter- und Nackenregion, Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Tennis- und Golferellenbogen, die Fehlfunktion im Bereich der Kiefergelenke oder die abgeschwächte Muskulatur nach einer Verletzung oder Operation kommen hier als typische Probleme in Frage, die einer Diagnostik mitttels EMG zugef?hrt werden.

Untersuchungsgang

Es werden Klebeelektroden, etwa so wie man sie von einer EKG-Untersuchung kennt, auf die entsprechenden Muskeln geklebt. Die Untersuchung erfolgt dann üblicherweise in drei einzelnen Untersuchungen.
Dabei wird zunächst die Spannung der Muskulatur in Ruhe getestet. Dadurch lassen sich Aussagen zum Ruhetonus der untersuchten Muskeln im Seitenvergleich machen. Muskelverspannungen können so auch in ihrem Ausmaß sichtbar gemacht werden.
Anschließend erfolgt eine isometrische Kontraktion des Muskels, das heißt eine volle Anspannung. Hier stellt sich die erstens Frage, ob beidseits die Aktivität regelrecht und etwa gleich stark ist, um so eine Schwäche einer Seite auszuschließen. Ob die Aktivität während der Anspannung ansteigt oder absinkt und ob der Muskel nach der Anspannung sofort wieder locker lassen kann, sind weitere Hinweise auf die funktionelle Situation der untersuchten Muskeln.
Der dritte Teil der Untersuchung befasst sich mit der Muskelsituation in Funktion, also der üblichen Bewegung der betroffenen Muskulatur. Hier werden Fragestellungen geklärt, ob der Muskel zum richtigen Zeitpunkt der Bewegung aktiv ist und ob er aktiv ist, wenn er es nicht sein sollte. Ist die Aktivität regelmäßig und rhythmisch oder gibt es "Fehler" in der Muskelaktivität.

Tennisarm / Golferarm / Nackenverspannungen

Eine erhöhte Muskelaktivität in der Nackenmskulatur oder in der Handgelenkstreckern oder -beugern führen typisch zu Beschwerden im Nacken oder zu Tennis- oder Golferarm. Als Ursachen sind hier vor allem dauerhafte Fehlbelastungen wie Hochziehen der Schultern und häufige und anhaltende Arbeit am PC oder mit der Maus zu sehen. Mit Hilfe der Biofeedback-Therapie können die Patienten hier unter Sicht auf ihre eigene Muskelaktivität selbständig die Entspannung der entsprechenden Muskulatur trainieren.

Kiefergelenksfunktionsstörung

Bei der Kiefergelenksfunktionsstörung lässt sich mit Hilfe der EMG-Untersuchung sehr gut erkennen, ob die Kaumuskulatur beim Zubiss beidseits gleichzeitig und gleich stark aktiviert wird. Besteht hier ein Problem, kommt es typischerweise zu einer sehr seiten-unterschiedlichen Aktivität in der Muskulatur. Auch als Therapiekontrolle bei Versorgung mit einer Aufbisschiene oder einem Aqualizer kann die EMG-Untersuchung hier sehr gut verwendet werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass es zu einer Angleichung der Muskelaktivität bds. kommt.

Oberschenkelmuskulatur

Die Oberschenkelmuskulatur stabilisiert die Kniegelenke. Dabei ist besonders der innere Oberschenkelmuskel (Vastus medialis) für die Stabilisierung wichtig. Gerade nach Operationen am Kniegelenk (Meniskus, Kreuzbänder, Implantation künstlicher Kniegelenke), aber auch bei Problemen und Schmerzen auf der Rückseite der Kniegelenke ist speziell dieser Muskel oft in seiner Funktion gestört oder geschwächt. Nach einer entsprechenden Muskelfunktionsdiagnostik ist hier eine Biofeedbacktherapie zum Erlernen oder Wiedererlernen der Muskelaktivität sinnvoll.

 

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